Home bittersweet Home - oder "Is' was Doc?"

Tag 3 beginnt überraschend kalt und mit der anstehenden Querung des Rio Varcas.



Wir entscheiden uns gemeinschaftlich für die Schonung der eigenen Kräfte und bewundern andere Gruppen, die sich barfüßig durchs eiskalte Flussbett wagen.

Wir lassen uns lieber per Maultier übersetzen und starten ohne kalte Füße dann durch das steile Relinchos Tal in Richtung Plaza Argentina.



Unsere Wahl- oder Ersatz-Heimat für die kommenden Tage auf 4200m Höhe. Das heißt für heute 1000 Höhenmeter auf 10km Wegstrecke sind zu bewältigen. Neben wiederum grandiosen Natureindrücken und -erlebnissen raubt uns der Anstieg und die Höhe auch enorme Kräfte.



Diese werden aber zügig wiederhergestellt, denn es gibt eine echte Infrastruktur dort oben. Nicht nur das wir auf bequemen Stühlen an einem Tisch sitzen dürfen in einem riesigen Kuppelzelt, es gibt sogar die Möglichkeit zu duschen hier, und wir werden großartig bekocht.



Viel zu früh lernen wir jedoch die ärztliche Infrastruktur kennen, denn für unseren Doc ist hier bereits Endstation. Tragischerweise ist Arnold wohl schon mit einem Virus angereist und hat nun leider deutlich sichtbare Zeichen einer beginnenden Höhenkrankheit. Die Guides reagieren unverzüglich und stellen ihn dem dortigen Arzt vor.

Er bestätigt die niederschmetternde Diagnose und dann geht es rasend schnell.



Binnen 20 Minuten ist der Helikopter da und der Patient wird ausgeflogen ins Hospital zurück nach Uspallata. Nicht zurück auf Null, nein, das ist das Ende der Reise für ihn und wir restlichen Vier bleiben fassungslos zurück. Von ersten Anzeichen bis zum Abtransport ist keine Stunde vergangen, der Schock sitzt tief, auch bei uns als wir mehr und mehr realisieren was da passiert ist. So richtig mag keine Stimmung mehr aufkommen, auch das tolle Essen rühren wir kaum an. Zu groß ist die Sorge um unseren Freund.

Später dann Entwarnung, es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Und bei allem Übel, bleibt bis heute festzuhalten: wir waren offenbar zu jeder Sekunde in den besten Händen.


Danke an Dominik Müller und Amical Alpin, auch für die Auswahl der lokalen Agentur Aconcagua Vision. Dieser Tag wird uns in Erinnerung bleiben!



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