Herr Pastuchov und der Backofen


Zwischen Gipfel und Tal gehören noch zwei spannende Tage am Berg, die wir insbesondere zur Höhenakklimatisation genutzt hatten.

Nach der ersten Höhentour und anschließender Nacht im Hotel, haben wir am Montag dann fertig gepackt den Weg in unser Basislager am Berg angetreten. Unsere lokale Agentur hat es sogar dort etwas praktischer ausgelegt und wir logieren fortan zu Acht in einem Wohncontainer.











So genannte Botschkis kleben wie Schwalbennester am Hang.





Doch zunächst muss die Ausrüstung und Verpflegung mit in die Höhe. Das Ganze erledigen wir mit einer weiteren Gruppe Bergsteigern, die ebenfalls in unserem Camp wohnen werden, sowie den lokalen Guides gemeinsam per Lift. Zwischen Kartons, Fässern und weiteren Gebilden geht es zusammen mit unserem Gepäck und weiterer Ausrüstung in mehreren Etappen via Schi-Lift hinauf.







Oben angekommen, beladen wir einen Pisten-Bulli mit den Utensilien und der bringt diese dann zum Lager, wo wir sie in mittlerweile gewohnter Transportkette dann verteilen.

Da kam ganz schön was zusammen, das wurde uns erst bewusst als wir es auf einem Haufen gesehen haben. Und auch ohne viele Worte und mit Sprachbarriere, das klappte wie am Schnürchen. Der Rest des Vormittags hieß es auspacken, sich einrichten und vertraut machen. Wo ist die Toilette, wo bekomme ich Wasser, etwas zu essen und immer wieder saugen wir die Eindrücke des Höhencamps auf.





Nach einem ersten gemeinsamen Mittagessen – es ist erstaunlich was unsere Köchin Anna alles aus dem Hut zauberte – ging es dann erneut den Berg hinauf. Akklimatisation, also erneut „Walk high – sleep down“ stand auf dem Programm und wir machten uns auf zu einem bekannten Weg Punkt auf, den Pastuchov Felsen.

Diese sind bei klarem Wetter selbst aus dem Tal noch auszumachen, und unser heutiges Ziel. 4700m hoch gelegen, also erneut gut 1000 Höhenmeter Differenz waren zu überwinden.









Als wenn das nicht genug der Anstrengung wäre, in Steigeisen und bei dünner Luft sich hochzuarbeiten, lernten wir noch ein uns neues Wetterphänomen kennen.

Den Backofen-Effekt.

Trotz Bewölkung kommt die langwellige Sonnenstrahlung durch und es fühlt sich dadurch unglaublich warm an, trotz Minusgraden. Fast wie in einer Mikrowelle wurden wir warmgekocht, nicht nur durch den Anstieg.



Konzentriert, jeder bei sich und wohl auch schon Gedanken auf den baldigen Gipfeltag erreichten wir die Felsen, wo wir ein wenig verweilten. Ausblicke gab es nicht, dafür einen schneidenden Wind, und so trollten wir uns schon bald wieder zurück ins Camp. Reicher um einen guten Vorgeschmack auf die uns erwartende Höhe und Umstände gab es ein gemeinsames Abendessen und die Vorschau auf das, wofür wir ja schließlich auch hier waren: das Dach Europas erklimmen.





Dominik ließ die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren, erklärte zusammenhängend den Sinn der Höhenanpassung und dann wurde es uns sehr bewusst: noch ein Ruhetag in der Höhe um Kraft zu sammeln, dann würde es in der darauffolgenden Nacht endlich losgehen.





Wir sind akklimatisiert.

Alles ist bereit.

Nur noch ein wenig Geduld und die eigenen Akkus aufladen, dann würde es ernst.

Mit diesem Gedanken gingen wir in unsere Schlafsäcke, und die anspruchsvolle Tagestour half trotzdem in den Schlaf.


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