Eins - Zwei - Cholera

Nach einem weiteren Tag im Basislager mit einer herrlichen Akklimatisierungstour verdichtet sich unser Zeit- und Wetterfenster immer mehr auf den 21. oder 22. Januar. Zeit also zum Aufbruch, Zeit für den Aufstieg.







So verlassen wir mit 2 Portern und unseren Guides Dominik und Ariel das Basislager. Vorher haben alle den medizinischen Check bestanden und sind bereit für das Finale. Endlich möchte man meinen, wir verabschieden uns von unseren Lieben und verlassen die digitale Welt in die sehr reale.











Camp 1 auf 5000 Metern kennen wir ja bereits, aber nicht so wie heute: ein eisiger Sturm macht es unmöglich das Gemeinschaftszelt aufzubauen.

Daher verknoten wir uns zu sechst in einem Dreimannzelt, in dem auch noch gekocht wird. Das Expeditionsgefühl Höhenbergsteigen macht sich erstmals breit, trotz der Enge.







Ebenso rasch verlassen wir das Camp am nächsten Morgen und steigen wir erstmals ins Camp 2 auf. 5500m hoch gelegen am Rande eines Gletscherrestes ist es nur ein relativ kurzer Aufstieg, und nachdem wir das Material und die Verpflegung deponiert haben verweilen wir noch einen Moment in der Höhe bevor es wieder zurück in Camp 1 geht.



Folgetags steigen wir endgültig dorthin auf, genießen später sogar ein wenig Sonne und vor allem den nachlassenden Wind registrieren wir mit Freude. Die Vorhersage passt und ein erstes wenn auch vorsichtiges Gipfelfieber ergreift uns. Gute Stimmung und gute Leute um uns herum tragen ihr Übriges dazu bei. Wir fühlen uns gut und wollen gerne schon jetzt weiter. Natürlich akklimatisieren wir ganz brav und gewöhnen uns auch an die Wetterbedingungen.



Nicht nur die dünne Luft fordert uns hier oben, ab jetzt heißt es Permafrost und dementsprechend müssen wir uns verhalten. Der Schutz gegen Kälte, Wind, aber auch gegen die Sonne hat ebenso oberste Priorität für uns und unsere Gipfelchance. Hier oben regeneriert der Körper nicht mehr, fortan leben wir also aus der Substanz.



Guter Dinge steigen wir am 20. Januar ins dritte Lager auf, das den Namen „Cholera“ trägt. Gemeint ist aber nicht die Infektionskrankheit, viel mehr werden hier auf 6000m viele Bergsteiger wohl hysterisch und manchen versagen die Nerven.

Neben der körperlichen Strapazen ist mentale Stärke gleichermaßen ein Erfolgsfaktor. Oder eben ein Ziel hilft ungemein, wir wollen eine der MITgebrachten Maskottchen des Kinderhospiz am Gipfel sehen. So geht es in eine unruhige Nacht…

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